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Spiele ohne Grenze

Gesundheitsbezogene Spiel- und Sportformen für Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen und Evaluation von Teilhabechancen an inklusiven Grundschulen im Raum München

Das Projekt „Spiele ohne Grenze“ hatte zwei Zielsetzungen: Zum einen sollten gesundheitsbezogene Spiel- und Sportformen entwickelt werden, die sowohl für Kinder mit als auch ohne Behinderungen geeignet sind. Die Konzeption erfolgte in einem interdisziplinären Team an der Technischen Universität München im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Sozialpädiatrie und dem Lehrstuhl für Diversitätssoziologie (Prof. Wacker) und unter Beteiligung von Studierenden der Sport- und Gesundheitswissenschaften. Umgesetzt und getestet wurden die Spiel- und Sportformen an einem großen Eventtag, der vom Bayerischen Staatsministerium Unterricht und Kultus sowie dem Bezirk Oberbayern unterstützt wurde und an dem Schüler*innen aus 8 dritten Klassen teilnahmen.

Die zweite Zielsetzung bestand in einer wissenschaftlichen Evaluation der Alltagsbedingungen für Kinder mit Behinderungen im Grundschulalter. Hintergrund der Untersuchung war der stetige Anstieg des Anteils der Kinder mit Behinderungen, die in Regelschulen unterrichtet werden. Da der bloße Zugang zu Regelschulen aber nicht automatisch gleichbedeutend mit einer gelingenden umfassenden Teilhabe an allen Aktivitäten mit den Klassenkamerad*innen ist, wurden die Teilhabechancen in der Schule, aber auch in weiteren Alltagsbereichen in den Fokus genommen. Die Studie, die an drei inklusiven Grundschulen in München und Umgebung durchgeführt wurde, untersuchte 124 Drittklässler*innen (davon 27% mit Beeinträchtigungen im körperlichen, psychischen/ kognitiven Bereich) anhand eines standardisierten Fragebogens (The Child and Adolescent Scale of Participation (CASP), Bedell 2009; Deutsche Version: Urschitz et al. 2016;  De Bock et al. 2019) per Eltern- und Lehrerurteil. Hauptergebnis der Studie war, dass Kinder mit Beeinträchtigungen signifikant niedrigere Teilhabechancen sowohl im Gesamtscore des CASP als auch in allen Unterkategorien des Fragebogens – inklusive des Bereichs Schule -  hatten. Eltern und Lehrer waren sich in diesem Urteil einig. Dieser Befund verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen auf dem Weg zu einer umfänglichen und gelingenden Inklusion im Bildungswesen und weiteren sozialen Gesellschaftskontexten.

 

Ansprechperson

Dr. Anna Friedmann

Tel.: 089/71009-392

Email: anna.friedmann(at)kbo.de , anna.friedmann(at)tum.de