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Einfluss der perkutanen Myofasziotomie auf die Gehfunktion bei Patienten mit spastischer Cerebralparese

Die Cerebralparese (CP) ist eine frühkindliche, nicht progrediente Hirnschädigung, welche Störungen von Bewegung und Haltung hervorruft. Durch Fehl- bzw. Minderbelastungen der muskuloskelletalen Strukturen können Gelenkkontrakturen oder knöcherne Deformitäten entstehen. Eine verminderte Gelenkbeweglichkeit ist bei Patienten mit CP in der Regel durch ein verkürztes oder steifes Muskelgewebe (Muskelbauch, Muskelsehne, umgebendes Bindegewebe) bedingt. Um die Effekte der muskulären Verkürzung auf die motorischen Funktionen des Kindes und das Knochenwachstum gering zu halten, werden frühzeitige Interventionen nach Kontrakturbeginn vorgenommen. Die perkutane Myofasziotomie (pMF) ist ein Operationsverfahren, in welchem die bindegewebigen Anteile der verkürzten Muskulatur über eine Hautpunktion (1-3mm) mittels Spezialskalpell angeritzt und damit verlängert werden. Das Ziel der pMF ist durch die so gewonnene funktionelle Muskelverlängerung eine Verbesserung der Funktionsfähigkeit zu erreichen. Die pMF wird bereits seit mehreren Jahren in der Schön-Klinik München Harlaching im Zentrum für Kinder- und Neuroorthopädie durchgeführt. Mittels dieser retrospektiven Pilot-Studie soll die in der klinischen Routine durchgeführte pMF bei Kindern mit CP wissenschaftlich im Hinblick auf die Wirksamkeit auf eine Verbesserung der Gehfunktion untersucht werden. In Kooperation mit der Schön-Klinik München Harlaching konnten bereits bei 25 Kindern mit spastischer CP im Alter zwischen 3 und 18 Jahren und einem GMFCS-Level 1-3 die komplette Untersuchungsreihe durchgeführt werden. Diese beinhaltet jeweils eine 3D-Ganganalyse mit Pedobarographie und klinischer Untersuchung vor der OP und 3 Monate bzw. 1 Jahr nach der OP. Der Haupt-Outcome ist der Gait-Profile-Score (Index zur Quantifizierung der allgemeinen Gangabweichung von Kindern mit CP zur Normpopulation). Zusätzlich sollen mittels der Ergebnisse der klinischen Untersuchung die Auswirkungen auf die Muskelkraft und neuromuskuläre Ansteuerungsfähigkeit beurteilt werden.

Studienkoordinator/Ansprechpartner

Frau Regina Högl, M.Sc.,

Sportwissenschaftlerin

Heiglhofstraße 65

81377 München

Tel.: (089) 71009 - 336

Email: regina.hoegl(at)kbo.de