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Aufsuchende Hilfen und Home Treatment

Die klinisch  erstmals 1866 als Down-Syndrom beschriebene Trisomie 21 ist die häufigste Ursache für genetisch bedingte Entwicklungsstörungen. Bei Menschen mit einer Trisomie 21 treten häufig zahlreiche körperliche und psychische Erkrankungen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen, Herzerkrankungen, Sprachentwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten,  ….) auf. Um den vielschichtigen psychischen und körperlichen Problemen dieser Patienten Rechnung zu tragen , wurden im Kinderzentrum München wie auch in vielen anderen Sozialpädiatrischen Zentren bereits interdisziplinäre und spezialisierte Sprechstundenangebote (Trisomie 21-Sprechstunde: www.kbo-kinderzentrum-muenchen.de) entwickelt. Deutliche Engpässe und Defizite bestehen im Übergang zwischen ambulanten und stationären Maßnahmen sowie bei der Finanzierung der heilpädagogischen und sozialpädagogischen Arbeit im sozialpädiatrischen Konzept. Die Robert-Vogel-Stiftung fördert aus diesem Grund das Projekt „Verbesserung der medizinischen und psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Trisomie 21 durch Aufsuchende Hilfen und Home Treatment», welches von Prof. Mall und Frau Dr. Damli-Huber im kbo-Kinderzentrum geleitet wird.

Das Projekt verfolgt folgende Ziele:

1. Etablieren von «Aufsuchenden Hilfen» und «Home Treatment»

Häufige Indikationen für stationäre Aufenthalte von Patienten mit Trisomie 21 sind Verhaltensauffälligkeiten/-störungen wie Hyperaktivität, autistische Verhaltensweisen oder Interaktionsstörungen, sowie Ernährungs- und Fütterstörungen.  Es gibt derzeit keine ambulante Therapieform, um Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der in der Krankenhausumgebung erreichten Fortschritte zu sichern. Durch Aufsuchende Hilfen und Home Treatment sollen ergänzende Angebote zur ambulanten und stationären Behandlung geschaffen werden. Neben der Vermeidung oder Verkürzung von stationären Aufenthalten sollen auch Therapiestrategien im sozialen Umfeld des Patienten direkt implementiert  sowie akute Kriseninterventionen durchgeführt werden. Ambulant betreute Familien oder Familien nach stationären Aufenthalten sollen bei der Alltagsbewältigung, der Umsetzung der eingeleiteten Therapiemaßnahmen und der psychosozialen Integration in unsere Gesellschaft unterstützt werden. Letzteres soll u.a. auch durch spezifische Angebote zur Kognitionsförderung im Vorschulalter erreicht werden.

2. Verstärkung von heilpädagogischen und sozialpädagogischen Maßnahmen

Zwei wesentliche Säulen einer umfassenden Therapie im kbo-Kinderzentrum München in der Betreuung von Patienten mit Trisomie 21 stellen die Montessori-Therapie und die Sozialpädagogik dar. Im Rahmen der Montessori-Therapie stehen unter dem Leitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“ die Persönlichkeit des Kindes, seine ganzheitliche Förderung und sein soziales Umfeld im Mittelpunkt. Im Vordergrund der Arbeit des Sozialdienstes des kbo-Kinderzentrums München stehen individuelle Hilfen für das Kind und seine Familie, welche in enger Koordination mit den anderen Disziplinen erfolgt.  Ziel ist es, Kinder und Jugendliche mit Trisomie 21 bestmöglich in ihre Umgebung zu integrieren. Bei den Personalkosten von Montessori-Therapie und Sozialpädagogik werden nur «diagnostische» und nicht «therapeutische» Leistungen finanziert. Auch wenn der Übergang fließend ist, führt diese Reglementierung zu einer starken Einschränkung des heilpädagogischen und sozialpädagogischen Angebotes. Beides ist jedoch notwendig, um Kinder mit Trisomie 21 bestmöglich zu fördern, sie in pädagogischen Einrichtungen  zu (re-)integrieren und auch die Teilhabe in allen weiteren Bereichen der Gesellschaft zu fördern.

Das Projekt ist auf 3 Jahre angelegt. Die jährlichen Personalkosten (Sozialpädagogin, Montessori-Therapeutin, Logopädin, Arzt- und Psychologenstunden) werden von der Robert-Vogel-Stiftung übernommen. Das Projekt soll durch den Stiftungslehrstuhl Sozialpädiatrie wissenschaftlich begleitet werden.

 

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